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Zum Ende des Schuljahres: Wir sagen Lebewohl
Am gestrigen Sommerfest des Kollegiums mussten wir einige Kolleg:innen verabschieden:
Herr Osthues zieht aus familiären Gründen um und wird an eine andere Bistumsschule versetzt. Frau Kaiser, die mit einer halben Stelle als schulfachliche Dezernentin in der Schulabteilung des Bistums arbeitet, hat sich entschieden, an einer wohnortnäheren Schule zu unterrichten. Herr Hille wird zum stellvertretenden Schulleiter an das AMG in Beckum befördert und Frau Frenz, unsere langjährige Erprobungsstufenkoordinatorin, wird nach 34 Jahren Dienst an unserer Schule in den Ruhestand versetzt.
Auch müssen wir Frau Budde, die den Offenen Ganztag an unserer Schule aufgebaut und 15 Jahre sehr verlässlich und erfolgreich geleitet hat, in den Ruhestand ziehen lassen. Und schließlich haben wir Frau Szklarski, die Sie, liebe Eltern, einige Jahre lang als stellvertretende
Elternpflegschaftsvorsitzende unterstützt hat, verabschiedet.
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Projektbericht zum Abschluss des Musikdramas „Die Kinder der toten Stadt“
„Die Kinder der toten Stadt“ am St. Michael beeindruckt mit großer Schülerbeteiligung und enormer Publikumsresonanz
Das außergewöhnliche Schulprojekt „Die Kinder der toten Stadt“ bringt Musik, Theater, Geschichte und Gemeinschaft auf die Bühne – mit nachhaltiger Wirkung auf Schule und Stadt.
Mit einem großen Casting für die Hauptrollen begann am Ende des Schuljahres 2023/24 ein Projekt, das weit über den Rahmen eines normalen Schulprojekts hinausging. Gesucht wurden talentierte Schülerinnen und Schüler mit Gesangserfahrung, die in einem fächerübergreifenden Musiktheaterprojekt tragende Rollen übernehmen sollten.
Was daraufhin folgte, war eine monatelange, intensive Probenphase und eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung, die in mehreren umjubelten Aufführungen mündete.
Während der Probenzeit arbeiteten Chor, Band, Orchester, Gesangssolisten sowie Schauspiel- und Inszenierungsgruppen eng zusammen. Unterstützt wurde das Projekt nicht nur von engagierten Lehrkräften, sondern auch von ehemaligen und aktiven Kolleginnen und Kollegen, die sich mit ihrem musikalischen Können – etwa an Klavier, Gitarre oder Geige – einbrachten.
Eine besondere Verbindung bestand zum „Forum Erinnerung und Dialog“, in dessen Themenwochen die Aufführungen eingebettet waren. Die Rolle des Erzählers im Stück übernahm Lothar Weichel, der ehemalige Schulleiter des Berufskollegs St. Michael in Ahlen, was dem Projekt eine zusätzliche (nicht nur stimmliche) Tiefe verlieh.
Thematisch setzt sich das Stück mit der Hoffnung und Verzweiflung der inhaftierten Kinder im Ghetto Theresienstadt auseinander – und schafft damit eine eindrucksvolle Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Proben gliederten sich in zwei Phasen: Bis zu den Herbstferien lag der Schwerpunkt auf dem musikalischen Bereich, danach rückte das Schauspiel in den Vordergrund. Bereits im November wurde ein erster emotionaler Höhepunkt erreicht, als das Schlusslied „Ein Funke in der Dunkelheit“ im Rahmen der großen Gedenkveranstaltung an die Opfer der Reichspogromnacht am 9. November in Ahlen präsentiert wurde.
Doch nicht nur auf der Bühne wurde gearbeitet: Die künstlerische Ausgestaltung lag in den Händen der Kunstlehrerin Melanie Haarmann, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern das Bühnenbild sowie einige Requisiten entwickelte.
Der Differenzierungskurs Geschichte-Politik des Jahrgangs 10 bereitete die historischen Hintergründe auf Stellwänden vor, während der Parallelkurs „Sprache kreativ“ eigene Choreografien für die Inszenierung der Aufführungen entwickelte. Damit wurde das Projekt zu einem echten Gemeinschaftswerk der gesamten Schulgemeinschaft.
Die Organisation der vielen Aufführungen stellte eine logistische Herausforderung dar: Drei schulische Vorstellungen – zwei am Nachmittag sowie eine öffentliche Generalprobe am Vormittag – wurden durchgeführt, um möglichst vielen Klassen den Besuch des Stücks zu ermöglichen.
Besonders erfreulich war die Resonanz anderer Schulen: Die Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen, das Städtische Gymnasium Ahlen, die Therese-Münsterteicher-Gesamtschule, das Berufskolleg St. Michael und die Realschule St. Martin Sendenhorst besuchten mit ihren Schülergruppen unsere Aufführungen.
Am St. Michael war der Theaterbesuch für alle Jahrgänge ab Klasse 9 verpflichtend. Die inhaltliche Vorbereitung erfolgte im Geschichtsunterricht – ein gelungenes Beispiel für fächerübergreifendes Lernen.
Die feierliche Premiere des Musikdramas fand am Wochenende des 29. und 30. März statt – begleitet von großem öffentlichen Interesse. Unter den Gästen befanden sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Presse und Kultur: Matthias Harman, der stellvertretende Bürgermeister, Stephanie Kosbab als erste Beigeordnete, Dr. Knut Langewand vom Kreisarchiv Warendorf, Nadine Köttendorf, die Leiterin der VHS, Lars König, der Leiter der FBS, sowie zahlreiche weitere Mitglieder der Stadtgesellschaft und die Urheber des Werks selbst: Dr. Sarah Kass (Idee und Konzept), Thomas Auerswald (Text) und Lars Hesse (Komposition).
Die Aufführungen wurden ein voller Erfolg. Die emotionale Tiefe, das hohe künstlerische Niveau und die beeindruckenden Leistungen der Schülerinnen und Schüler sorgten für überwältigende Resonanz.
Besonders der Texter Thomas Auerswald zeigte sich bewegt: Die Inszenierung sei „fast professionell“ gewesen – kein gewöhnliches Schultheater mehr.
Besonderer Dank gilt der Katholischen Schulstiftung des Bistums Münster, ohne deren großzügige Spende unsere Umsetzung auf diesem sehr hohen Niveau kaum möglich gewesen wäre.
Aufgrund des großen Zuspruchs wurde das Stück im Juni erneut aufgeführt – diesmal am 15. Juni mit zwei Vorstellungen am Vor- und Nachmittag. Auch bei der Wiederaufnahme war das Publikum tief berührt und zeigte große Anerkennung für die Leistung der jungen Darstellerinnen und Darsteller.
Das Projekt hinterließ nicht nur künstlerisch, sondern auch pädagogisch einen bleibenden Eindruck: Es förderte das Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft, stärkte das Musikprofil der Schule und trug entscheidend zur aktiven Erinnerungskultur bei.
Die Auseinandersetzung mit historischen Themen wurde für viele Schülerinnen und Schüler zu einem ganz persönlichen Erlebnis.
Auch aus der Elternschaft kamen zahlreiche positive Rückmeldungen. Die individuelle Entwicklung der Beteiligten, der Mut, die Bühnenpräsenz und das große Engagement wurden besonders hervorgehoben.
In einer Zeit, in der demokratische Werte und gesellschaftliches Engagement wichtiger denn je sind, setzte dieses Schulprojekt ein starkes Zeichen – für Zusammenhalt, für Erinnerung und für die Kraft der Kunst.
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„Abitür, wir gehen!“ – Ein Abschied durch viele Türen
Abiturfeier am Gymnasium St. Michael: Zwischen Symbolkraft, Musik und einem starken Appell an Hoffnung und Neugier
Türen können laut quietschen, fest klemmen oder sich mit einem leichten Ziehen öffnen – und manchmal braucht es Mut, Geduld oder einfach den richtigen Moment. Passender hätte das diesjährige Abiturmotto des Gymnasiums St. Michael kaum gewählt werden können: „Abitür, wir gehen!“ Schulleiterin Dr. Susanne Terveer griff das Bild der Tür in ihrer Festrede mit Tiefgang, Wärme und Humor auf – und machte daraus weit mehr als nur ein Wortspiel.
„Die Tür symbolisiert nicht nur den Übergang, sondern auch die Herausforderungen, Chancen und Möglichkeiten, die vor euch liegen“, so Terveer an die 108 Abiturientinnen und Abiturienten. Die Schule, so sagte sie, sei für viele ein sicherer Raum gewesen – nun beginne das Abenteuer auf der anderen Seite der Tür. In einem kunstvollen Bogen spannte sie ihre Gedanken von literarischen Beispielen wie Kafka und den Chroniken von Narnia über christliche Symbolik bis hin zu Eugen Roths augenzwinkerndem Gedicht „Einfache Sache“, in dem ein Mensch vergeblich gegen eine Tür drückt, bis ein anderer sie einfach zieht und sie sich öffnet.
„In vielen Lebenssituationen hilft kein Zwang – die richtige Herangehensweise ist entscheidend“, sagte Terveer. Dabei sei der „Unmensch“ im Gedicht nicht böse – nur klug. Eine Mahnung an alle: Nicht alles lässt sich mit Kraft und Willen erzwingen. Manchmal braucht es Beobachtung, Intuition – oder einfach einen Perspektivwechsel.
Zuvor hatte ein feierlicher Gottesdienst in der Marienkirche den Festtag eröffnet, bevor die Zeugnisse in der Aula der Schule überreicht wurden – musikalisch umrahmt von Schülerinnen und Schülern, deren Talent der stellvertretende Bürgermeister Matthias Harman als „Segen für die Ohren“ lobte.
Harman nutzte seine Rede, um an Eigenverantwortung und Hoffnung zu appellieren. Er zitierte aus dem Buch „Make Your Bed“ von William H. McRaven, einem ehemaligen US-Admiral und Navy SEAL. Harmanns zentrale Botschaft: Große Veränderungen beginnen mit kleinen Gewohnheiten. „Fangt mit kleinen Aufgaben an – zum Beispiel damit, morgens euer Bett zu machen“, so Harman. Das sei dann die erste erledigte Aufgabe des Tages, ein Zeichen von Selbstdisziplin – und womöglich der Start in einen erfolgreichen Tag. Wer morgens das Bett mache, bringe sich selbst in Ordnung, bevor er sich der Welt stelle. Er berichtete über eine eindrückliche Anekdote aus dem Training der US Navy Seals: Wer dort einem Hai begegne, solle nicht in Panik fliehen, sondern ihn mutig auf die Nase schlagen. „Es gibt viele Haie in der Welt“, so Harman. Was zählt, sei nicht Herkunft, Religion oder Hautfarbe – sondern der Wille, sich durchzubeißen. Er schilderte auch eine Szene aus der SEAL-Ausbildung, die sinnbildlich für das Durchhalten in dunklen Zeiten steht: Während einer besonders harten Trainingsnacht mussten die Rekruten stundenlang bis zum Hals im eiskalten, schlammigen Wasser ausharren. Die Stimmung war am Tiefpunkt, die körperliche Erschöpfung greifbar. Da begann einer zu singen – leise, trotzig. Dann ein zweiter. Schließlich sangen alle. Die Ausbilder drohten mit zusätzlichen Strafen, aber niemand verstummte. Die Botschaft: Wer anderen Hoffnung gibt, kann in aussichtslosen Momenten die Welt verändern – oder zumindest eine kalte Nacht im Schlamm.
Für große Emotionen sorgten auch Hanna Färber und Madita Povel, die in ihrer Ansprache mit viel Witz, Selbstironie und Feingefühl den gemeinsamen Weg ihres Jahrgangs Revue passieren ließen. Bereits beim Tag der offenen Tür – so erinnerten sie – sei ihnen ein Obstsong-Lied traumatisch im Gedächtnis geblieben. In der sechsten Klasse verschluckte ein Mitschüler auf Klassenfahrt noch vor der Abfahrt ein Fünf-Cent-Stück, später habe man sich durch Türen zu neuen Sprachen gekämpft – zur „vermeintlich toten“ Lateinischen und zur „Sprache der Liebe“ Französisch. In der EF, als die „Realschulrabauken“ dazu kamen, sei die Skepsis groß gewesen – doch man sei herzlich zusammengewachsen.
Besonders ehrlich war ihr Blick auf das eigene mathematische Talent: „Das einzig Verlässliche in Mathe war irgendwann nur noch die Frage: Wie viel darf ich falsch machen, um noch eine Vier zu bekommen?“ Der Grundsatz „Schule ist nicht alles“ wurde zur Überlebensstrategie – doch mit Dankbarkeit erinnerten sie sich an die Lehrkräfte, die stets ein offenes Ohr hatten, und an die Eltern, „die nachts Taxi gespielt oder den dritten vergessenen Turnbeutel gebracht haben.“ Als sie sich am Ende bei Eltern bedankten, mussten beide eine Pause einlegen – die Tränen und der Applaus kamen gleichzeitig.
Nicht weniger bewegend war die Ehrung einer ganz besonderen Schülerin: Dua kam 2015 in die sogenannte Weltklasse – viele ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler konnten damals kein Wort Deutsch, einige waren sogar Analphabeten. Mit beeindruckendem Fleiß hat sich Dua nun bis zum Abitur hochgearbeitet. Die frühere Schulleiterin Mechthild Frisch überreichte ihr ein Geschenk – und rief damit ein stilles Staunen in der Aula hervor.
Auch die Elternpflegschaftsvorsitzende Kerstin Fischer ließ es sich nicht nehmen, an die „nächtlichen Taxifahrten, vergessenen Sportbeutel und das ganz normale Familienchaos“ zu erinnern – und dabei allen zu danken, die die jungen Erwachsenen auf ihrem Weg begleitet haben.
Gerd Buller, Vorsitzender des Ehemaligenvereins, fasste es in Anlehnung an Mark Twain prägnant zusammen: „Eine Rede braucht einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beides sollte möglichst nah beieinanderliegen.“ In diesem Sinne verabschiedete sich auch der Jahrgang 2025 – mit einem Lächeln, vielen Erinnerungen und einem symbolischen Schritt durch eine Tür, die sie für immer geprägt hat.
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Nur noch vegetarisch essen? – Die 6D diskutiert
Sollte die Mensa nur noch vegetarische Gerichte anbieten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Klasse 6D im Wirtschaft-Politik-Unterricht bei Frau Götze. Dabei wurde engagiert diskutiert – mit vielen Argumenten für beide Seiten.
Einige Schüler:innen sprachen sich dagegen aus, dass Fleisch ganz von der Speisekarte verschwinden sollte. Sie meinten zum Beispiel, dass dann vermutlich weniger Kinder in die Mensa gehen würden, da es an unserer Schule eher wenige Vegetarier:innen gibt. Außerdem könnten manche aus Gewohnheit oder Geschmack vegetarisches Essen ablehnen.
Auf der anderen Seite wurde auch die Meinung vertreten, dass es nur noch vegetarische Gerichte geben sollte – vor allem, weil dadurch Tiere nicht leiden müssten und vegetarische Ernährung besser für die Umwelt sei.
Am Ende der Diskussion zeigte sich – auch durch unsere Aufstellung auf einer Positionslinie im Klassenraum – dass viele von uns sich in der Mitte zwischen Pro- und Kontra-Meinung wiederfanden. Unser gemeinsamer Vorschlag: Wir möchten nicht ganz auf Fleisch verzichten, aber wünschen uns mehr vegetarische Tage in der Mensa.
Was meint ihr? Steht ihr eher auf der Pro- oder auf der Kontra-Seite?
Frieda Schmitz (6D)
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Umweltschutz in Ahlen – Schüler:innen fragen nach
Welche Maßnahmen ergreift Ahlen, um eine umweltfreundliche Stadt zu sein? Was gibt es in Zukunft noch zu tun? Welchen Beitrag kann jede:r Einzelne von uns leisten?
Diese Fragen stellten sich die Schüler:innen der Klasse 8d des Politikkurses von Frau Mendel im Rahmen ihrer Beschäftigung mit nachhaltigem Wirtschaften und entsendeten eine Delegation aus fünf Schülerinnen ins Rathaus. Diese suchte das Gespräch mit städtischen Expert:innen und erhielt so Einblicke in die Planungen und Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung unserer Heimatstadt.
Am Mittwoch, den 25. Juni 2025, stellte die Gruppe, bestehend aus Mia Hocks, Fiona Plaßmeier, Lucy Schmich, Malina Stein und Emily Venherm, ihre Präsentation zu den Ergebnissen des Expert:innengesprächs und eigener Recherchen der Klasse vor.
In ihrer Präsentation zeigten sie vergangene, laufende und geplante Maßnahmen zum Umweltschutz in Ahlen auf und veranschaulichten diese durch viele Beispiele von Projekten und Initiativen. Vertiefend gingen sie auf den Ahlener Umwelttag 2024, das Stadtradeln und den European Climate Award ein, den Ahlen erhalten konnte. Auch Programme wie „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“, „Stopp die Elterntaxis“ oder der Ausbau der Radwege als Beitrag zu einer fahrradfreundlicheren Stadt stießen bei der jungen Generation auf großes Interesse, da sich hier konkrete Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit boten.
Die Schülerinnen erklärten zudem, wie man öffentliche Gebäude energieeffizient gestalten kann, um beim Heizen Energie zu sparen, und informierten darüber, wie Müll richtig getrennt wird und was mit ihm nach dem Wegwerfen passiert. Auch der Stadtpark Ahlens war ihnen ein besonderes Anliegen: Sie betonten die Bedeutung seiner Erhaltung und seines Schutzes. Zudem wurde die Rolle verschiedener Unternehmen und Organisationen hervorgehoben – so setzen sich zum Beispiel LR Health & Beauty und Kaldewei stark für erneuerbare Energien ein.
Abschließend appellierten die Referentinnen an jede:n Einzelne:n, das eigene Handeln zu hinterfragen und sich aktiv für nachhaltigen Umweltschutz einzusetzen – und entließen ihre Klasse mit einer zum Nachdenken anregenden Frage:
„Wenn wir so weiterleben wie bisher, was bleibt dann von dem, was uns wirklich menschlich macht?“
Malina Stein, Emily Venherm (8d)
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Alexander Richter-Kariger – Ein Zeitzeuge berichtet
Am Freitagmorgen, dem 27.06.25, fand im Geschichtsraum eine besondere Veranstaltung statt. Unter der moderierenden Leitung von Paul Niewöhner trafen wir, die Klasse 10b, auf den Zeitzeugen Alexander Richter-Kariger und stellten ihm viele Fragen zu unterschiedlichen Aspekten seines Lebens in der DDR.
Herr Richter-Kariger ist Jahrgang 1949, nur zwei Monate nach der Gründung der DDR geboren. Ursprünglich war er ein überzeugter DDR-Bürger – heute ist er überzeugter Demokrat.
Er hat etwa 40 Bücher geschrieben, arbeitet für eine Zeitung des Opferverbands und besucht als Zeitzeuge Schulen und Universitäten. Außerdem ist er Teil des Beirats Ü60, wo es um politische Gespräche und Fragen zur aktuellen Lage geht.
Er berichtete uns von seinem Leben in der DDR, von seiner Kindheit bis zur Verhaftung durch die Stasi und seinem Freikauf durch den Westen.
Kindheit und Schulzeit:
Herr Richter-Kariger wuchs in Potsdam auf. Schon in der Schule merkte er, wie stark der Staat Einfluss nahm. Man musste an den Sozialismus glauben und immer wieder zeigen, wie „dankbar“ man war, in der DDR zu leben. Ab der 4. Klasse hatte er Russischunterricht – man erzählte, wie großartig die Sowjetunion sei. Die Geschichte der DDR wurde verherrlicht, genauso wie sowjetische Helden. Ein Beispiel wäre Juri Gagarin, der als erster Mensch aus der Sowjetunion die Erde im All umrundete.
Trotz der strengen Vorgaben konnten sie Westfernsehen schauen – heimlich. Alexander Richter war ein großer Fan von westlicher Musik wie den Beatles oder den Rolling Stones. Fernsehen war ein festes Familienereignis.
Er wollte eigentlich Sportreporter werden, doch das klappte nicht, weil seine Abiturnoten nicht ausreichend waren. Sein Vater war Musiker im Polizeiorchester und daher Parteimitglied, aber die Familie war eher unpolitisch.
FDJ und Jugend in der DDR:
In der Schule musste man Mitglied in der FDJ sein. Wer nicht mitmachte oder ohne FDJ-Hemd kam, hatte es schwer. Es gab auch eine strenge Kleiderordnung – wer sich nicht anpasste, wurde ausgelacht und verstoßen. Alexander Richter-Kariger identifizierte sich nicht besonders mit dieser Jugendorganisation.
Er erzählt, dass seine Jugend nicht langweilig gewesen sei. Es gab normale Freundesgruppen, Fahrradtouren, Fußball und ab der 9. Klasse auch Partys.
Arbeit und Verhaftung:
Nach der Schule folgte der Wehrdienst für anderthalb Jahre, dann das Studium in Finanzwirtschaft. Die DDR bestimmte, wo er arbeiten durfte. Nebenbei interessierte er sich fürs Schreiben. Er schrieb heimlich an einem Roman.
Er lernte eine Frau aus dem Westen kennen, die ihn später auch besuchte. Da er nicht ausreisen durfte, las er ihr den Roman vor. Sie war begeistert und wollte weiterlesen – so begann er, ihr Teile des Romans per Brief zu schicken. Die Briefe wurden jedoch von der Stasi abgefangen.
Eines Morgens wurde er festgenommen. In der U-Haft musste er vier Vernehmungen am Tag über sich ergehen lassen. Er fühlte sich ständig beobachtet. Die Stasi hatte sogar ein Zelt im Garten der Nachbarn seiner Eltern aufgestellt, um das Haus zu überwachen.
Elf Monate war er in Untersuchungshaft – ohne zu wissen, was mit ihm passiert. Schließlich wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er angeblich Spionage betrieb. Er kam ins Zuchthaus Brandenburg.
Die Haftbedingungen seien hart und zermürbend gewesen, er litt psychisch und physisch stark darunter und merkt auch heute noch ihre Folgen. Damit wir uns einen Eindruck machen konnten, zeigte er auch Bilder aus den Haftanstalten – von den Zellen, dem Innenhof und den Verhörräumen.
Freikauf und Leben danach:
Seine Mutter setzte sich unermüdlich für seine Freilassung ein. Schließlich wurde er vom Westen freigekauft und durfte ausreisen. Angebote, für den Westen als Spion zurückzukehren, lehnte er ab. Heute lebt er in Emsdetten, arbeitet kommunal und engagiert sich für die Demokratie.
Seiner Meinung nach ist der größte Unterschied zwischen der DDR-Zeit und heute die persönliche Freiheit: Man darf sagen, was man denkt, den Beruf frei wählen und reisen.
Eine „Ostalgie“ verspürt er nicht, antwortet er auf unsere Fragen. Vielmehr wünscht er sich, dass wir Deutsche uns mehr für unsere Demokratie einsetzen.
Artikel von Mattis Bradtke
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Wissenschaft erleben: Unsere Fünftklässler:innen beim Phänomexx
Das Lernlabor Phänomexx wurde – wie in den vergangenen Jahren – von unserem 5. Jahrgang besucht. Eine spannende Entdeckungsreise rund um die vier Forscher:innen Ada Lovelace, Isaac Newton, Leonardo da Vinci und Archimedes erlebten die mehr als 100 Schüler:innen aus den fünften Klassen im Februar. Einen ganzen Vormittag lang experimentierten sie und bearbeiteten die verschiedenen Stationsaufgaben.
Erstmalig in diesem Jahr durften 24 motivierte und interessierte Schüler:innen dann im April in der zweiten Runde des Triathlons teilnehmen. Hierbei ging es darum, in den Themengebieten der ersten Runde erneut vertiefend weiter zu forschen.
Aus diesem Besuch entwickelten sich eigene Forscherprojekte. Neun Gruppen forschten intensiv nach dem Unterricht an ihren Themen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie vor ihren Mitschüler:innen.
Für drei dieser Gruppen ging es am Samstag, dem 28.06.2025, mit der Unterstützung ihrer Eltern zur Zeche in Ahlen, wo das dritte Level des Triathlons stattfand. Dort stellten die Schüler:innen ihre Projekte einem Expertenkomitee und anderen Besucher:innen vor.
Die besten Präsentationen wurden mit hohen Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet.
Durch eine spannende Show mit Akrobatikeinlagen gelang es Martin Mall, die Zeit bis zur Preisverleihung zu verkürzen.
Die Spannung war groß, als Reinhardt Böhm die Platzverteilung verkündete. Unsere Teams erreichten leider keinen der begehrten ersten drei Plätze, waren aber sehr stolz auf ihre Teilnahme.
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Bericht über die Xanten-Exkursion der Lateinkurse des 8. Jahrgangs
Vor einigen Tagen machten sich bei großer Hitze die Lateinkurse des 8. Jahrgangs von Herrn Stachowitz und Herrn Köster gemeinsam mit Frau Vollmert auf den Weg zum Archäologischen Park in Xanten. Wenn man sich vorstellt, dass die römischen Soldaten mit ihrer schweren Ausrüstung und ihrem Gepäck täglich etwa 30 Kilometer auch bei solcher Hitze marschierten, ist es wirklich bewundernswert, was diese Soldaten vor 2000 Jahren geleistet haben.
Nach der Ankunft betraten wir den Hafentempel, der in der Nähe des Rheins lag. Er galt als der zweitgrößte Tempelbau der antiken Colonia Ulpia Traiana, der Vorgängerstadt des heutigen Xanten. Anschließend schauten wir uns einige rekonstruierte Gebäude an, unter anderem mehrere Handwerkerhäuser, eine Therme und eine Herberge mit einer Gaststätte. Besonders fielen uns dabei die kunstvoll gestalteten Wandmalereien auf.
Im Anschluss daran erhielten wir im Museum des Parks eine Führung von einer Museumsführerin, die uns anhand von Fundstücken und Modellen viel über das Leben in der antiken Stadt erklärte.
In der Mittagspause durften wir uns in der Innenstadt des heutigen Xanten stärken und umsehen. Am Nachmittag erkundeten wir dann noch die Arena, in der die Gladiatoren vor etwa 2000 Jahren viel Blut vergossen, das vom Sand (lateinisch arena) aufgesogen wurde.
Nach der etwa zweistündigen Heimfahrt waren wir uns einig, dass wir auf dieser Exkursion trotz der Hitze viel Spaß hatten und zahlreiche Eindrücke vom Leben der Römer im antiken Germanien sammeln konnten.
Fiona Ottilie Plaßmeier und Mia Marie Hocks (8d)
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Exkursion der Französischkurse der Jahrgangsstufe 8 nach Lüttich
Am 13. Juni besuchten die Französischkurse der Jahrgangsstufe 8 die belgische Stadt Lüttich. Nach der etwa dreistündigen Busfahrt folgte eine Stadtführung, bei der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Lüttichs besichtigt wurden. Dazu gehörte auch die „Montagne de Bueren“, eine Treppe mit über 370 Stufen. Da es an diesem Tag sehr heiß war, stiegen nur einige Schüler:innen bis ganz nach oben. Dafür wurden sie mit einer großartigen Aussicht über die gesamte Stadt belohnt.
Anschließend hatten die Schüler:innen Zeit, Lüttich in Kleingruppen selbstständig zu erkunden. Im Rahmen einer von den Lehrerinnen vorbereiteten Rallye mussten sie ihren Weg durch die Stadt eigenständig finden. Teil der Aufgabe war auch ein Interview mit Einwohner:innen Lüttichs, das natürlich auf Französisch geführt werden sollte. Außerdem war eine Postkarte auf Französisch zu schreiben, die anschließend an eine Lehrkraft der Schule geschickt
wurde.
Nachdem alle Aufgaben erledigt waren, stand den Schüler:innen noch etwas Freizeit zur Verfügung. Besonders interessant fanden viele die belgischen Spezialitäten, wie zum Beispiel die Waffeln, die es an vielen Straßenecken zu kaufen gab. Andere nutzten die freie Zeit zum Shoppen in einem der zahlreichen Läden.
Am späten Nachmittag fuhr der Bus wieder zurück nach Ahlen. Der Ausflug nach Lüttich hat allen sehr viel Spaß gemacht!
Yasmina Erdogan & Kristin Hindahl
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Klassenfahrt nach Texel – Sonne, Wind und jede Menge Action!
Die Klassenfahrt nach Texel war für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a und 9b ein besonderes Erlebnis. Eine Woche lang verbrachten wir gemeinsam Zeit auf der niederländischen Nordseeinsel – geprägt von abwechslungsreichen Aktivitäten, neuen Erfahrungen und viel gemeinsamer Freude.
Schon bei unserer Ankunft waren wir beeindruckt von der Unterkunft: Vier große, moderne Familienvillen standen uns zur Verfügung, ausgestattet mit gemütlichen Wohnzimmern, großzügigen Essbereichen und gut eingerichteten Küchen. Diese wurden im Laufe der Woche intensiv genutzt – vom Brathähnchen über Currygerichte bis hin zu selbstgemachter Pfannenpizza war kulinarisch einiges geboten. Viele entdeckten dabei ihre Begeisterung fürs Kochen und bewiesen großes Talent.
Eines der sportlichen Highlights war der Surfkurs. Die Anreise dorthin mit dem Fahrrad war angesichts des starken Gegenwinds zwar herausfordernd, wurde jedoch durch den Anblick des weitläufigen Sandstrands mehr als belohnt. Auch wenn das Wellenreiten für viele zunächst ungewohnt war, entwickelte es sich schnell zu einer spannenden und beliebten Aktivität.
Im Rahmen einer kreativen Inselrallye lernten wir Texel noch besser kennen. In Kleingruppen galt es, verschiedene Aufgaben zu bewältigen – darunter das Bauen einer menschlichen Pyramide am Strand, ein Selfie mit einem Einheimischen sowie das Probieren einer landestypischen Spezialität (Spoiler: Es gibt mehr als nur Vla!). Der spielerische Wettbewerb sorgte für viele Lacher und stärkte das Gemeinschaftsgefühl.
Besonders beliebt war auch der Besuch im Erlebnisbad, das mit seinen schnellen Wasserrutschen für viel Begeisterung sorgte. Eine der Rutschen mit Strudeleffekt stellte einige vor ungeahnte Herausforderungen – so mancher benötigte tatsächlich die gesamte Schwimmzeit, um sich aus den Wirbeln zu befreien.
Am Abend rundete ein gemeinsamer Bowlingabend das Programm ab. Die positive Stimmung und gegenseitige Unterstützung prägten diesen sportlichen Ausklang des Tages. Ein besonders stimmungsvoller Moment war zudem der gemeinsame Spaziergang zum Strand, bei dem wir – trotz leichter Bewölkung – den Sonnenuntergang über dem Meer beobachten
konnten.
Fazit: Die Fahrt nach Texel war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Sie bot nicht nur zahlreiche Aktivitäten und Eindrücke, sondern förderte auch den Zusammenhalt innerhalb der Klassen. Diese besondere Woche wird allen noch lange in Erinnerung bleiben.