Literatur

Theater – unbedingt! Wer sich für Theater, Schauspiel und auch Aufführungen interessiert, dem sei das Fach Literatur ans Herz gelegt. Literatur findet in der Q1 statt, am Ende des Schuljahres veranstaltet der Kurs eine eigene Aufführung in der Aula.

Was die Auswahl des Stücks betrifft, sind auch die Interessen der SchülerInnen gefragt; möglich ist es auch, ein Stück selbst zu verfassen oder umzuschreiben. Neben dem Schauspiel sind aber auch andere Aspekte gefragt: Um Bühnentechnik, Bühnenbild und Kostüme muss man sich auch kümmern.

Aber vor allem ist Literatur Schauspiel! Eine wichtige Voraussetzung ist, dass man Mut mitbringt – Mut, sich auch alleine auf einer Bühne zu bewegen, Mut, laut zu reden und natürlich den Mut, sich vor ausverkauftem Haus zum Affen zu machen. Extrovertierte Charaktere sind also besonders gefragt. „Normaler" Unterricht, bei dem es in erster Linie um die Noten geht, ist Literatur NICHT. Hier sind Aktivität und natürlich Kreativität gefragt.

Und vor allem sollte man Spaß an der Sache haben, mit dem gesamten Ensemble ein eigenes Stück Theater auf die Beine zu stellen. Denn es ist ein unglaublich gutes Gefühl, den nicht endenden Applaus des Publikums zu empfangen.

Pädagogisches Konzept: Literatur

Die Schule bietet neben Kunst und Musik das Fach Literatur zur Belegung des künstlerisch-musischen Aufgabenfeldes an. Die Richtlinien für das Fach sehen eine große Bandbreite von Möglichkeiten vor, sich praktisch mit Texten auseinanderzusetzen in bewusstem Unterschied zur eher analytischen Auseinandersetzung im Deutschunterricht. Nach vielfältigen Angeboten wie etwa im Bereich Schreibwerkstatt oder Film hat sich im Laufe der Jahre doch eine eindeutige Präferenz in Richtung Bühnenarbeit entwickelt. Aber auch dort wird ein breites Spektrum der Selbsterfahrung angeboten.

Das Angebot reicht von klassischen Theaterstücken bis hin zu selbst erarbeiteten, zeitgenössischen Themen. Die Bedeutung dieses Erfahrungsbereichs wird von der Schule geschätzt, weil sich die Teilnehmer in neuen Rollen kennen lernen und dadurch ein selbstreflexives Verhältnis zur eigenen Persönlichkeit entwickeln, deren Position sich in einem Selbstfindungsprozess befindet, der durch das Fach Literatur aktiv unterstützt wird. Die eigene oder zugewiesene Rolle kann kritisch überprüft und durch eine Erweiterung des eigenen Repertoires bereichert werden.

Der Jugendliche erlebt die Wirkung seiner Sprache, seiner Mimik und seiner Körperlichkeit vor dem Spiegel eines größeren Publikums, was ihn in seiner Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und oft mit einem Zugewinn von Selbstbewusstsein belohnt wird. Gleichzeitig gewinnt er Erfahrungen im Bereich des Verhältnisses von Darstellung und Erwartung. Mögliche Interessen von Publikum werden thematisiert und es wird deutlich, dass ein Besucher nicht nur unterhalten, sondern auch provoziert, erschreckt, verwirrt oder belehrt werden kann.

Theater wird im Spannungsfeld zwischen theoretischen und praktischen Formen der Aneignung erfahren und als Raum vorgestellt, der den Hintergrund sowohl für individuelle Selbsterfahrung als auch für die Dynamik der Gruppe darstellen kann. Der soziale Aspekt eines ‚Ensembles' verdeutlicht den SchülerInnen, dass eine gute Einzelleistung immer erst vor dem Hintergrund einer guten Gruppenleistung zur Geltung kommt. Eine Theateraufführung schweißt eine Gruppe zumindest vorübergehend zu einem Körper zusammen, in der jeder Einzelne seine fest zugewiesene Rolle ausfüllt. Neben schauspielerischen Aktivitäten werden auch andere künstlerisch-musische Fähigkeiten aktiviert. Von der Erstellung von Plakaten und Bühnenbildern bis zur Formulierung von Flyern und Pressetexten sowie dem Schminken und Nähen von Kostümen werden vielfältige Begabungsprofile stimuliert, die einer kulturell-geistigen Weltbeschreitung den Weg öffnen.

Die Schule hält in Form einer professionellen Bühnenausstattung die idealen Voraussetzungen für die regelmäßig stattfindenden Theateraufführungen bereit. So lernen die SchülerInnen auch die technische Seite von Aufführungen kennen von der Beschallung bis zur Lichtinszenierung.

Insgesamt liegt dem Angebot im Fach Literatur somit ein pädagogisches Konzept zu Grunde, das dem jungen Menschen ein breit gefächertes Erfahrungsspektrum ermöglicht, das ihm gleichzeitig die Chance vermittelt, sich selbst im Kontext eines auf einen Aufführungstermin zugeschnittenen Projekts zu erfahren.

Kontakt zum Fachleiter Herbert Schoppmann